Mag. phil. Christine Doppler Lektorat und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. phil. Christine DopplerLektorat und Öffentlichkeitsarbeit

HEILKUNST

In diesem Bereich finden Sie eine völlig subjektive Auswahl von für mich wichtigen Beiträgen und Hinweisen, die sich aus unterschiedlicher Perspektive und Herangehensweise einer dem einzelnen Menschen gemäßen Medizin widmen. Diese Seite wird sukzessive ausgebaut.

Stimmen

Prof. Dr. med. Giovanni Maio (Universität Freiburg)

 

In seinem neuen Buch "Medizin ohne Maß? Vom Diktat des Machbaren zu einer Ethik der Besonnenheit" (August 2014) stellt Prof. Dr. med. Giovanni Maio, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinethik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, "... Grundfragen, denen niemand wirklich ausweichen kann: Wohin führen uns die Versprechen der Reproduktions- und Transplantationsmedizin? Inwieweit ist Gesundheit machbar - und inwieweit auch Geschenk? Verspricht das "schöner, besser, leistungsfähiger" größeres Glück? Warum ist die Frage nach der Organspende schwieriger, als uns suggeriert wird? Hat das Altsein nicht einen eigenen Wert? Wie können wir eine Einstellung zum Sterben gewinnen, durch die wir uns nicht ausgeliefert fühlen? Giovanni Maios hintergründiges Plädoyer für eine Ethik der Besonnenheit eröffnet ungeahnte Perspektiven - so könnten wir uns vom Perfektionsglauben lösen und zu einer neuen Gelassenheit finden als Bedingung für ein gutes Leben."

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Dem Thema Medizin als Heilkunst in dem dramatisch von ökonomischen Interessen geprägten Gesundheitswesen widmet Prof. Dr. med. Giovanni Maio ein weiteres Buch:  "Geschäftsmodell Gesundheit - Wie der Markt die Heilkunst abschafft" (Oktober 2014): "[Das Buch] ist ein Plädoyer für den Weg zu einer Heilkunst, die den Patienten als Menschen und nicht als »Kunden« im Blick hat, die Gesundheit nicht als Ware verkauft und die medizinische Versorgung als Sorge um den Kranken und nicht als Dienstleistung versteht."

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Prof. Dr. med. Peter F. Matthiessen (Universität Witten/Herdecke)

 

Im Interview zur "Einzelfallforschung in der Homöopathie" macht Prof. Dr. med. Peter F. Matthiessen, Leiter des Arbeitsbereichs Methodenpluralität in der Medizin am Institut für Integrative Medizin an der Universität Witten/Herdecke, deutlich: "Wir behandeln einzelne Menschen, wir behandeln keine Kollektive." Deshalb fordert er, die Einzelfallforschung auf hohem Niveau zu betreiben.

Hören Sie das Interview auf Homöopathie TV ...

 

Wesentliche Aspeke einer Heilkunst, die auch den prozesshaften Charakter der Gesundung berücksichtigt, stellte Prof. Dr. med. Peter F. Matthiessen im Rahmen des 11. Internationalen Coethener Erfahrungsaustausches (ICE) in seinem Vortrag "Einzelfallforschung zwischen Evidence based Medicine und Narrative based Medicine" vor: "Indem der Arzt seinen Behandlungsauftrag nicht von einem Kollektiv oder einer Institution, sondern von einer konkreten, also unaustauschbaren Person in einer lebensgeschichtlich einmaligen, also nicht wiederholbaren Situation erhält, nimmt sein diagnostisches Erkennen und sein therapeutisches Handeln seinen Ausgang vom Hilfeersuchen eines einzelnen Menschen, der gesundheitsbedingt in eine Notsituation geraten ist. Eine individuelle Person also ist es, von dem die ärztliche Praxis ihren Ausgang nimmt." Nachstehend finden Sie den vollständigen Artikel als PDF.

Historische Perspektiven

Für das Verständnis der gegenwärtigen Beschaffenheit der Medizin und des Gesundheitswesens ist es unerlässlich, sich mit den jeweiligen historischen Aspekten zu befassen. Auch können in Kenntnis der historischen Bedingungen der gegenwärtigen Zustände des hochkomplexen Medizin-Systems die dringend erforderlichen Kursänderungen kompetenter eingeleitet und vorgenommen werden.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Josef M. Schmidt (LMU München)

Prof. Dr. med. Dr. phil. Josef M. Schmidt (Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München) forscht und publiziert seit mehr als 30 Jahren unter anderem zu den vielfältigen Verflechtungen der Medizin mit der sie umgebenden Welt, insbesondere am Beispiel der Homöopathie. Neben seinen Seminaren an der LMU München bietet er seit dem Jahre 2006 in seinem jährlichen Köthener Sommerkurs Homöopathiegeschichte die Gelegenheit, sich intensiv mit den unterschiedlichsten historischen Aspekten des Themas wissenschaftlich zu befassen. Zum 1. Sommerkurs, der unter dem programmatischen Titel Homöopathiegeschichte: Was ist das? Was soll das? Was bringt das? Zur Relevanz und Brisanz historischer Perspektiven der Homöopathie stattfand, erläutert er am Beispiel der homöopathischen Ärzteschaft die Intentionen seiner Kursreihe:

 

"Die Verunsicherung ist groß, die Hoffnung auf eine absehbare Verbesserung der Situation gering. Dass dies aber nicht schon immer so war, sondern zu anderen Zeiten an anderen Orten unter anderen Rahmenbedingungen zum Teil ganz anders, lässt sich erst bei einer vergleichenden historischen Betrachtung erkennen – was ungeahnte Freiheitsgrade eröffnen kann. Erst durch eine Erweiterung des eigenen Horizontes kann man außerdem sehen, wo man sich überhaupt befindet. Weit davon entfernt, Homöopathen mit einem zusätzlichen Lern-Pensum zur Geschichte der Homöopathie zu belasten, könnte die Beschäftigung mit den historischen Perspektiven der Homöopathie gerade dazu führen, nicht nur den eigenen Standort im größeren Kontext geistesgeschichtlicher Zusammenhänge klarer zu sehen, sondern auch durch Erhellung bisher im Dunkeln gebliebener Zusammenhänge neuen Gestaltungsraum sowie Orientierungspunkte für eine realistische homöopathische Medizin des 21. Jahrhunderts zu gewinnen."

 

Die gesamten Publikationen von Prof. Schmidt werden in einer fünfbändigen Werkausgabe neu herausgegeben. Im Interview im 3. Newsletter der Homöopathie-Stiftung des DZVhÄ erläutert Prof. Schmidt dieses Projekt: "Um der homöopathischen Gemeinde und den Wissenschaftlern aller Fachbereiche einen langfristigen barrierefreien Zugang zu all meinen Schriften zur Homöopathie zu verschaffen, habe ich also vor, sie in einer fünfbändigen Werkausgabe noch einmal zu publizieren (Bd. 1: Die Philosophie Hahnemanns bei der Begründung der Homöopathie; Bd. 2: Kompaktwissen Homöopathie: Grundlagen, Methodik und Geschichte; Bd. 3: Die Köthener Sommerkurse Homöopathiegeschichte 1–9; Bd. 4: Gesammelte kleine Schriften zur Homöopathie; Bd. 5: Collected English Articles on Homeopathy)."

Lesen Sie dazu mehr im Newsletter (Mai 2015, S. 2f.) ...

Institut für Geschichte der Medizin (Stuttgart)

Das Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung (IGM) in Stuttgart wurde im Jahre 1980 eingerichtet - es ist laut eigener Angaben das einzige außeruniversitäre medizinhistorische Forschungsinstitut in Deutschland. Schwerpunkte in der Forschung sind die Sozialgeschichte der Medizin und die Geschichte der Homöopathie, wobei sich die Forschung in beiden Bereichen auf die Patientengeschichte konzentriert." Das Institut steht unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Jütte und seines Stellvertreters Prof. Dr. Martin Dinges.

Weitere Literatur

medizinHuman im suhrkamp taschenbuch. Diese von Bernd Hontschik herausgegebene Reihe "bietet eine Plattform für Bücher, die spannend und verständlich aktuelle Entwicklungen des Gesundheitswesens und der medizinischen Praxis hinterfragen und für eine Heilkunst plädieren, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, für eine Humanmedizin, die diesen Namen verdient."

 

Blum HE, Haas R et al. (Hrsg.): Über das Menschenbild in der Medizin: Symposium am 24. Mai 2003 im Congress Centrum Hamburg. Publikationen der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, Band 13. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York 2004.

 

Girke M, Hoppe JD, Matthiessen PF, Willich SN  (Hrsg.): Medizin und Menschenbild. Das Verständnis des Menschen in Schul- und Komplementärmedizin. Dargestellt vom Dialogforum Pluralismus in der Medizin. Symposium Düsseldorf 2004. Deutscher Ärzteverlag, Köln 2006. Eine erweiterte Neuauflage ist in Vorbereitung (gepl. Erscheinen: 2015).

Innovative Universitäten

Nachstehend einige Beispiele für Universitäten und Institute, an denen es - aus meiner völlig subjektiven Sicht - besonders beachtenswerte Innovationen im Bereich humane und integrative Medizin gibt:

 

Charité - Universitätsmedizin Berlin

 

Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder): Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften (IntraG)

 

Medizinische Universität Graz

 

Universität Bern: Institut für Komplementärmedizin (IKOM)

 

Universität Witten/Herdecke: Fakultät für Gesundheit

 

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Pulse of Europe

Berlin Bebelplatz, 7. Mai 2017 © CDoppler

"Wir sind überzeugt, dass die Mehrzahl der Menschen an die Grundidee der Europäischen Union und ihre Reformierbarkeit und Weiterentwicklung glaubt und sie nicht nationalistischen Tendenzen opfern möchte. Es geht um nichts Geringeres als die Bewahrung eines Bündnisses zur Sicherung des Friedens und zur Gewährleistung von individueller Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit."

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Im Blickpunkt ...

Mendelssohn-Gesellschaft

Die 1967 in Berlin gegründete Mendelssohn-Gesellschaft befasst sich mit der Geschichte der weitverzweigten Familie Mendelssohn mit ihrem Stammvater Moses Mendelssohn. Erfahren Sie mehr ...

 

Berliner Stadtmission

Die Berliner Stadtmission hatte Ende November 2014 zur ersten Linderung der Notsituation von Flüchtlingen in Berlin ein vorbildliches, innovatives Pilotprojekt gestartet. Im November 2015 erhielt sie dafür den Integrationspreis von Berlin-Mitte. Am 25. Juli 2017, nach dem Auzug der letzten Flüchtlinge, wurde dieses wegweisende Projekt beendet. Stadtmissionssprecherin Ortrud Wohlwend: "Seit der Eröffnung haben rund 23.000 Menschen mit 33 Nationalitäten in der Halle gelebt. Der älteste Bewohner war 83 Jahre alt, die größte Familie hatte acht Mitglieder, und in der Zeit sind 20 Babys geboren worden." Lesen Sie mehr in einem Beitrag des rbb:

Traglufthalle für Flüchtlinge wurde geschlossen

 

Weitere Informationen:

Flüchtlingshilfe der Berliner Stadtmission

Flüchtlingszentrum Mertensstraße in Spandau

Berliner Stadtmission auf Facebook ...

 

Das besondere Photo ...

Blauregen, Mai 2018 © CDoppler
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© Christine Doppler. Berlin. Mai 2018.